EU möchte keine billigen Autos
Schon lange wird in der Presse darüber spekuliert, ob einer der beliebtesten Kleinwagen Deutschlands aus dem Sortiment genommen wird. Es handelt sich um den Fiat 500. War er vor 10 Jahren noch der Kleinwagen mit dem umweltfreundlichsten Twin-Air Benzinmotor der Welt, soll er jetzt aus dem Programm des Herstellers verschwinden. Denn die strengen CO2-Grenzwerte der EU und die verschärften Sicherheits- und Kontrollsysteme führen dazu, dass der Kleinwagen zu teuer wird. Das Gewicht des Kleinwagens beträgt geringe 1.050 Kilo und der Wagen leistet zwischen 82 und 105 PS. Im Schnitt verbraucht er 5,5 Liter. Ein SUV, gerade vorgestellt mit Plug-in Hybrid, kam im Test bei einer Autozeitschrift auf 11,5 Liter. (wenn nur mit Motor betrieben)
Die Herstellung der Lithium-Ionen-Batterie, der Einbau und die dann mögliche Reichweite von 50-80 Kilometer stehen in keinem Verhältnis zum Aufwand. Trotzdem setzt die Politik auf dieses System. Denn in den Verbrauchstests fährt der Wagen eine Zeit lang mit Strom und verbraucht dadurch theoretisch nur 2,5 Liter. So kommt der neue BMW X5 xDrive45e bei einer Systemleistung von 290kW/394 PS auf einen Kraftstoffverbrauch von 1,7 bis 2 Liter/100 Kilometer und CO2 Emissionen von 39-47 g/km. Doch jeder mündige Käufer weis, einen Wagen mit 394PS kann man nicht mit 2 Liter bei artgerechter Bewegung fahren. Vor allem nicht, wenn der Akku leer ist. Untersuchungen bei Firmenfahrzeugen ergaben, dass viele Außendienstmitarbeiter Ihren Wagen während des zweijährigen Leasings keinen einzigen Tag an den Strom gesteckt hatten. Bei vielen Vertretern lag das Kabel noch original verpackt im Wagen. Denn nicht jeder hat eine Garage und nicht jeder zahlt für den Firmenwagen den Strom selbst, während der Benzin vom Chef übernommen wird.
Jetzt schreibt die EU weitere Überwachungssysteme vor
Ab Ende 2020 ist bereits DAB+ Digitalradio Pflicht. Pflicht wird ab 2022 auch eine Alkohol-Wegfahrsperre, Warnsysteme, intelligenter Geschwindigkeitsassistent mit Bremse, Warnsystem für Müdigkeit und nachlassende Konzentration, Notbremslicht, Rückfahrassistent, Black Box zur Unfalldatenerfassung, Notbrems-Assistenzsystem und ein Notfall-Spurhalteassistent. Alles macht den Wagen teurer und schwerer. Und die EU-Vorschrift besagt, dass vieles übersteuerbar sein soll. Der Fahrer hat also in bestimmten Situationen die Möglichkeit, als Beispiel den intelligenten Geschwindigkeitsassistenten wieder abzuschalten. Eingeführt werden die Assistenzsysteme über alle Fahrzeugklassen hinweg. Hintergrund ist eine theoretische Reduzierung von 1.560 Verkehrstote pro Jahr. Bezogen auf die gesamte EU, nicht auf Deutschland. Außerdem muss ein erweiterter Kopfaufprallschutz für Fußgänger und Radfahrer installiert werden. Später muss der Kunde die teure Reparatur der technischen Geräte bezahlen. Und ist hier in den meisten Fällen dem Hersteller hilflos ausgeliefert.
Die Sicherheitsbestimmungen sorgen dafür, dass alle Leichtbauanstrengungen zunichtegemacht werden. Natürlich auch wegen einem gestiegenen Komfortbedürfnis der Kunden. Denn wer auf einmal einen 30.000 Euro Wagen wegen all der Sicherheitsfeatures kauft, erwartet mehr als von einem Fiat 500. Der Kleinwagen wird immer mehr zum Kollateralschaden von übertriebenen Abgasvorschriften. Deshalb warnt auch die Deutsche Energie-Agentur, dass die zugelassenen Autos immer schwerer und durstiger werden. Geplant ist 2019 ein Emissionswert der Neuwagen von 95g CO2/km und 3,6 Liter Diesel und 4,1 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Ein völlig unrealistischer Wert. Vor allem wenn der Akku nach 50 Kilometer leer ist und der Fahrer sowieso die meiste Zeit in von der Politik produzierten Staus steht. Die Crashtester in den USA lassen Kleinwagen gegen SUV fahren und bewerten den Kleinwagen dann mit „poor performers“. Zuvor hatte der Wagen in Einzelcrashtests noch gut abgeschnitten. Die Kunden kaufen dadurch einen großen Wagen.
Verkehrsbaustellen reduzieren wäre auch eine Lösung
CO2 Werte und Stickstoffdioxid ist in aller Munde. Der eine Teil der EU will weitere Geräte in das Auto einbauen lassen und es noch schwerer, teurer und sicherer machen. Doch diese Geräte müssen auch erst einmal aufwendig mit Energie produziert werden. Der andere Teil der EU möchte kleine und leichte Autos mit weniger Benzinverbrauch. Wohin die Reise geht, wird man sehen. Die Rechnung wird in allen Fällen der Verbraucher bezahlen. Wie ist Ihre Meinung? Schreiben Sie diese in das Kommentarfeld unter dem Beitrag.